Schubladen und Schranktüren neu lackieren: Anleitung
Schubladen und Schranktüren neu zu lackieren ist eine der günstigsten Methoden, um einer Küche oder einem Schlafzimmer ein zweites Leben zu geben. Der Aufwand lohnt sich aber nur, wenn die Vorbereitung stimmt. Zunächst werden alle Fronten ausgebaut: Schubladen herausziehen und die Auszüge abschrauben, Türen an den Scharnieren lösen. Beschläge, Griffe und Scharniere kommen separat in eine Kiste, damit später nichts verloren geht. Die Fronten selbst werden mit einem milden Reiniger entfettet, denn Fett- und Silikonreste verhindern, dass der Lack haftet. Anschließend schleift man die Oberfläche mit Schleifpapier der Körnung 180 bis 240 an, bei lackierten Flächen reicht ein leichter Anschliff, bei rohem Holz muss gründlicher gearbeitet werden. Nach dem Schleifen wird der Staub abgesaugt und mit einem feuchten Tuch nachgewischt.
Bevor die erste Lackschicht aufgetragen wird, lohnt sich ein Blick auf die Beschläge. Wer die alten Griffe gegen neue tauschen möchte, sollte vorher den Lochabstand der Möbelgriffe messen, sonst passen die neuen Griffe nach dem Lackieren nicht zu den vorhandenen Bohrungen. Beim Lackieren selbst arbeitet man am besten mit einer Schaumstoffrolle für glatte Flächen und einem Pinsel für Kanten und Profile. Zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke, denn dicke Schichten trocknen langsam und bilden leicht Nasen. Zwischen den Schichten wartet man je nach Lack sechs bis zwölf Stunden. Gearbeitet wird in einem gut belüfteten Raum, idealerweise bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad und ohne direkte Sonneneinstrahlung.
Nach dem Trocknen – bei wasserbasierten Lacken meist nach 24 Stunden, bei Lösungsmittellacken länger – werden die Fronten wieder montiert. Zuerst die Scharniere anschrauben und die Türen einhängen, dann die Auszüge befestigen und die Schubladen einschieben. Die Trocknungszeit sollte man nicht unterschreiten, sonst hinterlassen Fingernägel und Werkzeug Spuren im noch weichen Lack. Zum Schluss werden die Griffe montiert und die Türen mit den Scharnieren justiert, damit die Spalten gleichmäßig verlaufen. Ein Nachjustieren nach ein paar Tagen ist normal, weil sich das Holz und der Lack noch setzen.
Wer sich die Arbeit sorgfältig einteilt, spart gegenüber neuen Fronten oft mehrere hundert Euro. Wichtig sind Geduld beim Schleifen, dünne Lackschichten und ausreichend Trockenzeit. Wer diese drei Punkte einhält, bekommt ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann.