Alte Schubladen aufwerten: neue Griffe als einfaches DIY-Projekt
Alte Kommoden, Küchenschränke oder Nachttische müssen nicht entsorgt werden, nur weil die Griffe abgegriffen, verbogen oder schlicht aus der Mode gekommen sind. Ein Satz neuer Möbelgriffe kostet oft weniger als ein Abendessen zu zweit und verwandelt ein müdes Möbelstück in wenigen Minuten in einen Blickfang. Das Projekt eignet sich für Einsteiger, denn es sind weder Sägen noch Schleifen nötig. Benötigt werden lediglich ein Kreuz- oder Schlitzschraubendreher, eventuell ein Inbusschlüssel und die passenden neuen Griffe. Wer sich unsicher ist, ob die alten Bohrlöcher zu den neuen Griffen passen, sollte vor dem Kauf den Lochabstand bei Möbelgriffen messen, damit die neuen Griffe ohne zusätzliche Bohrlöcher montiert werden können.
Der entscheidende Wert ist der Abstand von Schraubenloch zu Schraubenloch, gemessen von Mitte zu Mitte. Dieses Maß variiert je nach Hersteller und Modell erheblich, selbst bei Schubladen desselben Schranks. Ein Maßband oder ein Lineal reicht aus, um den Wert auf den Millimeter genau zu bestimmen. Wer den Griff abnimmt und die alte Schraube direkt misst, erhält ebenfalls brauchbare Anhaltspunkte, doch die Bohrlochmethode ist zuverlässiger. Notieren Sie den Wert für jede Schublade separat, denn nicht immer sind alle Fronten identisch gebohrt. Mit diesen Zahlen lässt sich gezielt nach Ersatz suchen, statt auf gut Glück zu bestellen und anschließend neue Löcher zu bohren, die das Holz dauerhaft schädigen.
Beim Einbau selbst gibt es kaum etwas falsch zu machen. Die neuen Griffe werden von der Innenseite der Schublade durch die vorhandenen Löcher gesteckt und mit den mitgelieferten Schrauben von außen oder innen fixiert, je nach Konstruktion. Vorsicht ist geboten, damit die Schrauben nicht zu fest angezogen werden und das Material der Front ausreißt. Bei lackierten oder folierten Oberflächen lohnt es sich, die Auflagefläche des Griffes vor dem Anschrauben mit einem weichen Tuch zu schützen, um Kratzer zu vermeiden. Nach dem Festziehen sitzt der Griff fest und die Schublade lässt sich wieder angenehm öffnen und schließen.
Das Ergebnis ist ein sofort sichtbarer Unterschied: Ein Möbelstück, das zuvor altmodisch wirkte, erhält durch neue Griffe eine zeitgemäße Note. Wer zusätzlich die alten Schraublöcher mit Holzkitt verschließt und die Front neu lackiert, kann den Effekt noch verstärken, doch das ist optional. Für den Einstieg genügt der reine Griffwechsel, um erste Erfahrungen mit kleinen Renovierungsarbeiten zu sammeln. Wichtig ist, vor dem Kauf genau zu messen und die neuen Griffe nicht ausschließlich nach Optik auszuwählen. Passgenauigkeit und ein stimmiges Verhältnis zur Möbelgröße entscheiden darüber, ob das Ergebnis handwerklich sauber wirkt oder provisorisch.