Paddeltouren auf Brandenburgs stillen Fließgewässern
Wer an Brandenburg denkt, hat oft den Spreewald vor Augen: Kahnfahrten, Gurken, volle Fließe. Doch das Bundesland hat weit mehr zu bieten als die berühmten Routen um Lübbenau und Burg. Abseits der ausgetretenen Pfade warten stille Wasserläufe, die sich mit dem Paddelboot erkunden lassen, ohne dass einem ständig Ausflugsdampfer begegnen. Gerade wer die Ruhe sucht, findet sie auf Nebenflüssen und Kanälen, die von den meisten Touristen übersehen werden.
Ein lohnendes Revier ist die obere Spree zwischen Cottbus und Spremberg. Hier windet sich der Fluss durch Auenwälder und vorbei an alten Mühlen, ohne dass motorisierte Boote zugelassen sind. Wer sich vorbereiten möchte, findet bei Spreewald Fließen und Gurken einen guten Einstieg in die Besonderheiten der Region. Die Strömung ist moderat, die Ufer sind naturbelassen, und an manchen Stellen kann man stundenlang paddeln, ohne einem anderen Boot zu begegnen. Wer möchte, legt unterwegs an einer der kleinen Badestellen eine Pause ein.
Ein weiterer Geheimtipp ist die Dahme im Süden des Landes. Zwischen Märkisch Buchholz und Königs Wusterhausen führt sie durch ausgedehnte Feuchtgebiete, in denen Fischotter und Eisvögel heimisch sind. Die Strecke ist technisch nicht anspruchsvoll, erfordert aber Aufmerksamkeit bei niedrigem Wasserstand. Wer im Frühsommer startet, kann die blühenden Uferwiesen genießen. Kanuverleihe gibt es in mehreren Dörfern, allerdings sollte man vorher anrufen, denn nicht jeder Verleih ist täglich geöffnet.
Wer noch weiter abseits fahren will, sollte die Plane und die kleine Spree in Angriff nehmen. Beide Flüsschen sind schmal, teilweise von umgestürzten Bäumen gesäumt, und verlangen etwas Erfahrung im Manövrieren. Dafür belohnen sie mit einer Wildnis, die man in der Nähe Berlins kaum vermutet. Wer sich darauf einlässt, erlebt Brandenburg von einer Seite, die in keinem Reiseführer steht.