Kippschutz für Schränke und Kommoden nachrüsten
Ein umkippender Kleiderschrank ist keine Seltenheit. Besonders in Haushalten mit kleinen Kindern reicht oft ein kräftiger Ruck an einer offenen Schublade, damit eine Kommode oder ein Regal nach vorn kippt. Die Physik dahinter ist simpel: Je höher ein Möbelstück ist und je weiter eine Schublade oder Tür herausgezogen wird, desto stärker verschiebt sich der Schwerpunkt nach außen. Irgendwann liegt er vor der vorderen Kante des Möbels, und dann gibt es kein Halten mehr. Ein Kippschutz verhindert genau das, indem er die Verbindung zwischen Möbel und Wand herstellt.
Bevor Sie jedoch zur Wandhalterung greifen, sollten Sie prüfen, ob das Möbelstück überhaupt standsicher ist. Eine wackelige Kommode lässt sich oft schon mit einfachen Mitteln beruhigen, etwa durch das Ausrichten der Füße oder das Nachziehen von Verbindungen. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie eine Kommode stabilisieren und an der Wand befestigen, finden Sie dort eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die sowohl das Ausrichten als auch die dauerhafte Wandbefestigung abdeckt. Erst wenn das Möbel gerade steht, bringt ein Kippschutz die volle Wirkung.
Für die Nachrüstung gibt es verschiedene Systeme. Am gebräuchlichsten sind Winkel aus Metall, die oben an der Rückseite des Möbels verschraubt und mit Dübeln in der Wand verankert werden. Alternativ lassen sich flexible Gurte oder Drahtseile verwenden, die ebenfalls an der Wand und am Möbel befestigt werden. Entscheidend ist, dass die Wandbeschaffenheit berücksichtigt wird: In Beton oder Mauerwerk halten Dübel zuverlässig, in Gipskarton oder Leichtbauwänden braucht es spezielle Hohlraumdübel oder eine Befestigung an der Unterkonstruktion. Bei Mietwohnungen ist darauf zu achten, dass die Bohrlöcher später wieder verschlossen werden können.
Der Einbau selbst ist mit etwas handwerklichem Geschick an einem Nachmittag erledigt. Bohren Sie zunächst die Löcher für die Wandbefestigung, setzen Sie die Dübel ein und schrauben Sie den Wandteil des Kippschutzes fest. Danach wird das Möbelstück an die Wand gerückt und der Verbindungsteil am Korpus montiert. Achten Sie darauf, dass zwischen Möbel und Wand kein Spalt bleibt, der ein Kippen ermöglicht. Ein kurzer Rütteltest zeigt, ob die Verbindung sitzt. Wer unsicher ist, kann den Kippschutz auch von einer Fachkraft montieren lassen. In jedem Fall gilt: Ein einmal installierter Kippschutz verhindert Unfälle wirksam und dauerhaft.